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Aktuelles
Portrait von Hilde Schostak in ihrem Wohnzimmer

TGM trauert um Hilde Schostak

02
.
July
2026
Turngau

TGM trauert um Hilde Schostak

Genau einen Monat vor ihrem 96. Geburtstag hat sich der Lebenskreis von Hilde Schostak geschlossen. Ein Lebenskreis, der von vielen Höhen und Tiefen geprägt war, der aber stets die Handschrift einer engagierten, starken und lebensfrohen Frau trug, die auch bestätigte, dass Turnen und Sport Möglichkeiten sind, dem Leben für sich und Anderen einen positiven Sinn zu erteilen. In Karlsbad geboren, verlor sie schon mit zwei Jahren ihre Mutter. Ihre Affinität zum Turnen war schon zu dieser Zeit sehr ausgeprägt. Sie besuchte das Gymnasium und schloss sich einem Turnverein an. Doch die Familie musste die Heimat verlassen und so reiste sie in einem Viehwaggon mit Vater und Großmutter als 16-Jährige nach Oppenrod. Dort war sie ein gerngesehenes Mitglied in der Handballmannschaft, was ihr als Heimatvertriebene das Ankommen erleichterte. Ihr Vater eröffnete 1952 eine Drogerie in der Ecke Licher Straße /Zufahrt zur Bergkaserne, Hilde absolvierte dort ihre Lehre und lernte auch da ihren späteren Mann kennen. So durchzog der Beruf der Drogistin ihr ganzes Lebens. Trotz vieler Tiefschläge, Tod des Ehemannes, Alleinerziehende und Tod des Sohnes, hat sie die Drogerie bis 1985 geführt. Aber auch der Sport war ständiger Begleiter von Hilde Schostak.

Die harte Arbeit zollte ihr Tribut: Hilde hatte Rückenprobleme. Doch statt zu lamentieren, meldete sie sich 1978 beim MTV 1846 Gießen an und schloss sich der Sportabzeichen-Gruppe an. Deren Prüfung unterzog sie sich 36 Mal. Doch auch die Gymnastik, damals noch unter Margret Zöller, machte ihr Freude und war besonders gesundheitsfördernd. Aber auch hier reizte sie die Herausforderung der Koordination von der Bewegung der Handgeräte zu den vorgeschriebenen Übungen. Sie legte das Deutsche Gymnastikabzeichen 39 Mal ab. Aber Hilde Schostak war nicht nur allein aktiv, sie gab ihr Know-how an andere Turnerinnen und Turner weiter. So übernahm sie die Gymnastikgruppe von Margret Zöller und trainierte die Turnerinnen zur Teilnahme an den Einzelmeisterschaften der Älteren auf Gau-, Landes- und Bundesebene. Zahlreiche vordere Plätze gehen auf das strenge, aber gerechte Regiment von Hilde zurück. Nicht genug, trainierte sie auch die Gruppe, zu der später Turnerinnen anderer Vereine hinzukamen. Die so neuformierte Gruppe war in vielen Schauen auch hier auf Gau-, Landes- und Bundesebene mit ihrer Interpretation von Musik gern gesehen.

Damit die Turnerinnen in den unterschiedlichen Wettbewerben starten konnten, brauchte man einen Kampfrichter. Also unterzog sich Hilde 1996 dem Erwerb der Prüferlizenz und war bis 2017 stets im Einsatz, auch für Gymnastikwettbewerbe der Männer. Um die Verbindung zum Hessischen Turnverband zu halten, war sie von 2004 bis 2010 Gymnastikwartin im Turngau Mittelhessen. Ihr ehrenamtliches Engagement gipfelte in der Mitgliedschaft im Ältestenrat des Turngau Mittelhessen.

Die Zusammenarbeit mit Hilde war geprägt von Lebensfreude, Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaft, Lebendigkeit. Sie war ein Vorbild an positiver Gestaltung des Lebens.